Karfreitag – auch nur ein freier Tag?

Damit nicht wieder jemand sagt, er oder sie hätte es nicht gewusst: Am Freitag ist Karfreitag und der ist ein stiller Feiertag!

Dass der Karfreitag begangen wird hängt untrennbar mit den nachfolgenden Ostertagen zusammen. Ohne Tod keine Auferstehung – ohne Karfreitag kein Ostern.

Mehr und mehr scheint die christliche Prägung unserer Gesellschaft zu schwinden. Welche Folgen das für eine zukünftige Gesellschaft haben wird, wird sich dann zeigen. Aktuell entbrennt gerade wieder die bislang überwiegend im Internet geführte Diskussion um die Feiertagsruhe zu Karfreitag. Meist Kirchenferne ereifern sich über einen vermeintlichen Eingriff in ihre Freiheit und reklamieren das „Recht, feiern zu gehen“.

Nur zu gut sind auch noch die Worte eines Freizeithungrigen aus dem letzten Jahr in Erinnerung. Als die Prozession der Italienischen Gemeinde Wuppertal die Parkanlage Hardt mit ihren großen Wiesen erreichte, stammelte er fassungslos in sein Mobiltelefon: „Ey, die Christen kommen – hier ist alles voller Christen.“ Tatsächlich prallten da Welten aufeinander. Einerseits waren es Stadtbewohner, die einen sonnigen, freien Tag draußen verbringen wollten. Andererseits erreichten ins Gebet versunkene Teilnehmer der großen Karfreitagsprozession den Ort, an dem der Tiefpunkt der Leidensgeschichte Jesu Christi dargestellt wird – die Kreuzigung.

Wenn in diesem Jahr erstmals, wie inzwischen angekündigt, spontane Kundgebungen gegen den „stillen Feiertag“ stattfinden sollen, so ist dies eine neue Dimension der Auseinandersetzung. Die Gesellschaft ist aufgerufen, sich zu besinnen, was sie wirklich will. Geht es um bloßen Konsum auch an Karfreitag oder soll die christlich-abendländische Tradition eine Zukunft in unserem Land haben?


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