Nie ohne Geli

Wer mit einer Spiegelreflexkamera und guten (Wechsel-)Objekitven fotografiert, wird sie kennen, die Freundin aller Objektive: Geli

Geli? Eine Frau, die eine Schwäche für edel verarbeitetes Glas hat?

Nein, gemeint ist die Gegenlichtblende. Jenes schwarze Stück Kunststoff, das in verschiedenen Formen für die verschiedenen Objektivarten verfügbar ist und vorne angesetzt werden kann. Der eigentliche Sinn ist, die Frontlinse des Objektives vor – wie der Name schon sagt – Gegenlicht zu schützen und damit bessere Bildergebnisse zu erzielen.

Aber die Geli kann viel mehr. Immer wenn sie auf dem Objektiv richtig angebracht ist, d. h. mit der Öffnung nach vorne, so dass das Objektiv länger wirkt, schützt sie die Frontlinse auch vor mechanischen Einflüssen durch Anfassen, Anstossen usw.

Wie wichtig das ist, habe ich jetzt gerade erst wieder erfahren. Auf einer Herbstwanderung hatte ich die Kamera umhängen und entdeckte einen wunderschön verfärbten Baum. Bis zum richtigen Standort für ein Foto waren es noch ein paar Meter. Zeit genug also, schon mal ein Vorbereitungen an der Kamera zu treffen – dachte ich.

Und so nahm das Unheil seinen Lauf. Der Feldweg hatte zwei Fahrrinnen und einen mit Gras bewachsene Mittelstreifen. Einer meiner nächtsen Schritte traf diesen Streifen nicht mehr präzise genug, um sicher zu laufen und ich stürzte vorn über dem Weg entgegen. Der „Flug“ verging recht schnell und ich fand mich auf dem Boden wieder. Die noch am Gurt um den Hals hängende Kamera hatte ich zwischendurch losgelassen und mich mit den Händen abgsetützt, um einen Aufprall mit dem Kopf zu vermeiden.

Nach einem kurzen Moment des Sortierens wollte ich wissen, was mit Kamera und Objektiv passiert war. Ein, zwei Dreckanhaftungen am Kameragehäuse, zwei Kratzer an der Geli und eine intakte Frontlinse ließen mich aufatmen.  Und sie gaben mir Recht, in meiner Überzeugung, die Geli immer am Objektiv zu haben. Ein Stück Kunststoff, dass im Falle eines Totalschadens für meist deutlich weniger als 50 Euro zu ersetzen ist. Ja, das lohnt sich auf jeden Fall. Denn was der Versand des Objektivs zum Hersteller-Service, die Begutachtung des Schadens und der Austausch der Frontlinse und die anschließende Rücksendung kosten würden, will ich gar nicht wirklich wissen. Eine kurze Recherche im Internet jedenfalls ergab, dass meist gut dreistellige Beträge dafür fällig werden.

Also auch in Zukunft: Nie ohne Geli!


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