Mit der S7 pünktlich durch das Bergische Städtedreieck

Seit dem 13. Dezember 2013 betreibt das Eisenbahnunternehmen Abellio als Ergebnis einer Ausschreibung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) die Eisenbahnstrecke zwischen Solingen, Remscheid und Wuppertal unter der Bezeichnung S7. Der Start war alles andere als glücklich. Die Müngstener Brücke, das Herzstück der Strecke, war wegen Bauarbeiten gesperrt. Die für den Betrieb auf der S7 beschafften neuen Fahrzeuge wurden erst freitags zugelassen – der Fahrbetrieb begann am Sonntag um Mitternacht. Für Abnahme- und Probefahrten blieb keine Zeit mehr und so kam es in den ersten Tagen und Wochen zu den zu erwartenden Kinderkrankheiten. Gerade als der Betrieb sich richtig eingespielt hatte, platzte die nächste Bombe: Sperrung der Strecke zwischen Remscheid und Wuppertal für sechs Wochen! Eine Hiobsbotschaft, die von der Eigentümerin der Strecke, der DB AG, als alternativlos beschrieben wurde. Den Fahrgästen verlangten die Sperrung und der Ersatzverkehr einige Geduld ab, wurde doch während dieser Zeit auch noch die B7 in Wuppertal im Rahmen des dortigen Döppersberg-Umbaus gesperrt.

Kaum ist die Sperrung aufgehoben und die Strecke wieder zwischen Wuppertal und Remscheid befahrbar war, gab der Bahnbetreiber Abellio am 18. August 2014 ein Pünktlichkeitsvesrprechen für die S7 ab.
Genau drei Wochen später trug sich an einem Morgen zu, was Montage bei manchen wohl so verhasst macht. Nicht genug, dass man sich nach dem Wochenende morgens wieder früh aus dem Bett quälen musste, blieb der Zug in Lüttringhausen wegen eines technischen Problems sehr lange stehen. Und in mir reifte der Entschluss, den ich in einem Tweet der Welt kund tat:

Gesagt, getan. Mit Hilfe des sehr einfach zu bedienenden Onlinedialogs habe ich die Verspätung gemeldet und den Beleg ausgedruckt. Nun blieben mir drei Monate Zeit, die Gutschrift beim Kundencenter von Abellio in Remscheid abzuholen. Im Laufe der Wochen und Monate hatte ich gedacht, noch den einen oder anderen Beleg dazu sammeln zu können. Aber: das hat sich nicht (im heimlich erhofften Ausmaß) ergeben.

PünktlichkeitsversprechenSo machte ich mich kurz vor Ablauf der Dreimonatsfrist vom Hauptbahnhof in Remscheid auf zur Adresse Schmalkalder Straße 3. Der Weg führt um die noch freie Fläche zwischen Nordsteg und Bahngleisen auf den östlichen Rand der Balkantrasse. Nach 300 Metern erscheint links vom Gleiskörper die Tankstelle, an der die Diesel-S-Bahnen ihren Lebenselixier aufnehmen. Genau gegenüber, rechts der Balkantrasse steht ein zweistöckiger Zweckbau, in dem sich das Kundencenter von Abellio befindet. Hier begrüßte mich eine Kundenbetreuerin sehr freundlich. Die Belege wurden im PC-System geprüft und die Angaben bestätigt. In Summe wurden mir 7,50 € ausgezahlt. Vor der Verabschiedung stehen noch ein paar nette Worte und die gemeinsame Hoffnung auf die inzwischen erfolgte Wiedereröffnung der Müngstener Brücke am 14.12.14.

Fazit: Abellio hat sein Pünktlichkeitsversprechen zur rechten Zeit gegeben. Der Betrieb läuft, denn auch Berufspendler kommen innerhalb von drei Monaten nicht allzuoft zu spät an ihr Ziel. Sollte es doch einmal passieren, gibt es eine freiwillige Entschädigung. An die zu kommen, ist weder bürokratisch noch schwierig. Diese Qualität dürfen gerne noch mehr Verkehrsunternehmen versprechen.


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